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10.01.2009
Hallo Radsportfreunde, nachfolgende Rennräder, Laufräder und Komponenten stehen zum Verkauf bereit.

SRM Powermeter Trainings System Profi Version
Powercontrol IV

Cannondale „Ironman 2000“ Zeitfahrrad komplett

Cannondale „Aero Cad 4” Zeitfahrrad / Rahmen-Kid

Cannondale „R4000 Si” Rennrad / Rahmen-Kid

Klein „Quantum Pro“ Rennrad komplett

ZIPP Aero Laufradsatz VR / HR Carbon ZR1 530

ZIPP Z-950 Carbonscheibe HR / Bahn und Straße

Laufradsatz auch als 3er Set erhältlich
ZIPP Aero Laufradsatz Carbon ZR1 530
ZIPP Z-950 Carbonscheibe

Shamal Campagnolo Aero Laufradsatz Alu VR / HR

CODA Zeitfahrkurbeln mit Lager

Genaue Beschreibungen und Bilder sind unter dem folgenden Link zu finden:

http://www.gotty-mueller.de/gottys_fahrradshop.htm

Bei Interesse bitte per Mail Kontakt mit mir aufnehmen.
Viel Spaß beim stöbern.

Gruß Gotty


 

 


10.01.2009
Gotty Müller neuer Fachwart und Trainer
der Abteilung Radsport im BSV Rheinland-Pfalz e.V.


Hallo Radsportfreunde,
ab sofort bin ich in Sachen Radsport Euer Ansprechpartner sowohl für den Organisationsbereich wie auch im Radsport-Trainingsbereich.

Unser Ziel für die nächsten Jahre ist ein Team von jungen Sportlern mit Perspektive für internationale Wettbewerbe aufzubauen. Zunächst möchten wir interessierte Sportler bei Schnupperlehrgängen kennen lernen um ihnen Wege in den Leistungssport aufzuzeigen.
Wir werden die Sportler sowohl theoretisch wie praktisch ausbilden um sie auf eine erfolgreiche Sportkarriere vorzubereiten.

Danach werden wir die Sportler auf nationale Wettkämpfe, z.B. Landes- und Deutsche- Meisterschaften, heran führen damit sie Erfahrungen sammeln für spätere internationale Wettkämpfe z.B. Europa- und Weltmeisterschaften sowie auf die Paralympics.

Zum Radsportbereich gehören folgende Radsportdisziplinen:
| Straßenradsport für Amputierte alle Klassen, Arm und Beinamputierte, Rennrad
| Straßenradsport für Blinde und Sehbehinderte, Tandemrennrad
|Straßenradsport für Spastisch Behinderte, Rennrad und Dreirad
|Straßenradsport für Rollstuhlfahrer, Handbiker
Bahnradsport für Amputierte und Sehbehinderte

Ich bitte alle Sportler, Sportinteressierte und Vereinsmitglieder sich bei mir oder dem
BSV Rheinland-Pfalz per Mail oder Telefon zu melden.

Sportliche Grüße Euer
Gotty Müller

 


28.07.2007

"Ich schließe Doping im Behindertensport nicht aus"

KREIS AACHEN. Radrennfahrer Gotty Müller ist vielfacher Medaillengewinner und fordert ein besseres Kontrollsystem.

Nach einem Motorradunfall im Jahr 1978 musste dem damals 19-jährigen Gotty Müller der linke Unterschenkel amputiert werden. Acht Jahre später...weiter
 

 



...los geht´s Gotty!

 

 


Gottys Freudentanz mit
Alcaide und Jezek

 

 

 

 


Armin Köhli Archivfoto

 

 

 

 

 


Einigkeit unter Trainern und Kollegen...


12-20.August
EM in Alkmaar – Tops und Flops!

Vom 12. bis 20. August fanden in Alkmaar in den Niederlanden die Europameisterschaften im Handicap-Radfahren statt.

Team Össur Mitglied Gottfried „Gotty“ Müller erreichte in der Klasse LC2 in einem spannenden Finale den dritten Platz in der Verfolgung 4.000m Bahn und holte für Deutschland die erste Bronzemedaille dieser EM.

 


Der Spanier Roberto Alcaide gewann Gold und stellte einen neuen Weltrekord (4.47,791) auf, gefolgt von dem Tschechen Jiri Jezek.

In der Klasse LC4 gewann der Deutsche Michael Teuber das Rennen mit neuem Weltrekord von 4.05,430. Platz 4 und 5 gingen ebenfalls an Deutschland mit Pierre Senska und Erich Winkler. Silber ging an Juanjo Mendez (ESP) und Bronze an den Österreicher Alexander Hohlrieder. Auch am Montag im Velodrom Alkmaar konnte Teuber beim Finale Bahn Zeitfahren Bahn 1000m sich wieder gegen seine Konkurrenz behaupten, Hohlrieder erradelte sich die Silbermedaille, Senska und Erich Winkler belegten die Plätze 3 und 5.


Bei den LC3-Fahrern (oberschenkelamputiert) erreichte der Schweizer Armin Köhli, nach seinem 10. Rang im Zeitfahren, einen guten 6. Platz im Strassenrennen. Bei den weiblichen Radsportlern fiel v. a. die Schweizerin Sara Tretola (LC1) auf, die mehrere Medaillen, u.a. Gold im Zeitfahren, abräumte.

Insgesamt belegte Deutschland den 3. Platz im Medaillenspiegel (6xGold, 6xSilber, 9xBronze), hinter Großbritanien auf Platz 1. und Australien auf Platz 2. Die Schweiz erkämpfte sich den 6. Platz (4xGold, 3 Silber, 2xBronze) und Österreich landete in der Gesamtwertung auf Platz 8.

 

Nach seinem hervorragenden Start am Sonntag - besonders beachtenswert, da „Veteran“ Gotty als 46-Jähriger gegen junge Profis antrat, begann für Gottfried Müller leider eine Pechsträhne: zuerst stürzte er in einen Graben, musste sich ohne Hilfe rausrappeln und landete schließlich mit Riesenzeitverlust im Ziel. Noch schlimmer traf es ihn am Freitag, als er in der 2. Runde einen „Platten“ hatte und aufgeben musste. Bei der Tour de France wäre so etwas sicher undenkbar – aber in Aalkmaar im Behindertenrennen gab es keinen Service und zwischen Schafen und Kühen waren keine Reservereifen aufzutreiben!
 

Laut Tony Yorke, der beim IPC für das Radfahren zuständig ist, wird der Behinderten-Radsport in vielen Staaten mehr und mehr ernstgenommen.
In Ländern wie z. B. Großbritanien hat sich das Ansehen des Handicapsports soweit entwickelt, dass viele behinderte Athleten wie Professionelle trainieren und leben können, das Budget für den Behindertensport hat sich dem nicht-behinderten Sport angeglichen. In den Niederlanden ist der Behinderten-Radsport erst seit letztem Jahr in die National Cycling Federation integriert worden.
Vor allem fehlt es an finanziellen Mitteln. Das bekamen die Athleten auch direkt zu spüren:
Zum Mittag gab es nur schnelle Sandwiches und eine Banane für die Hochleistungssportler, das Hotel war 25km von der Wettkampfstätte entfernt, da für die Hotels in der näheren Umgebung das Budget fehlte.
Wir meinen:
„Daumen runter“ – hier wird man wirklich b e h i n d e r t.


Medaillenspiegel EM 2005 Rad/Handbike in Alkmaar
|Gold  |Silber  |Bronze
1. Großbritanien |10  |6  |1
2. Australien |6  |7  |4
3. Deutschland |6  |6 |9
4. Spanien |5  |9  |11
5. Tschechien |4  |5  |4
6. Schweiz |4  |3  |2
7. VS |4  |3  |2
8. Österreich |3  |3  |4
9. Niederlande |3  |0 |3

Weitere Infos und Resultate
finden Sie auf der Homepage http://www.j-r-c.com/

 
 

 

 

 

 


Bericht im TV vom 24.08.05

23.08.2005

RADSPORT: Freude und Frust

ALKMAAR. Gottfried Müller hat bei den Europameisterschaften der Handicap-Radfahrer zwar eine Medaille gewonnen, ist aber noch selten so enttäuscht und frustriert zurückgekehrt.
Von unserem Mitarbeiter
WILLI RAUSCH

Da ist einerseits die Erkenntnis, "in einer Zwei-Klassen-Gesellschaft nicht zu denen da oben zu gehören", andererseits der Ärger über instinktlose und selbstherrliche Funktionäre, die die Straßenwettbewerbe im holländischen Alkmaar zu einer Lotterie degradierten. Zum Auftakt der Bahnwettbewerbe hatte der Serriger in der 4000-m-Verfolgung Bronze errungen. Trotz dieses Triumphs herrschte schon nach diesem Wettbewerb keineswegs eitel Sonnenschein, denn der Abstand zu den beiden vor ihm liegenden Fahrern zeigte einen Klassenunterschied auf. Der Spanier Roberto Alkaide unterbot den alten Weltrekord um zehn Sekunden, eine Steigerung, die kaum nachvollziehbar ist. Selbst der Olympiasieger und Müller-Intimus Jiri Jezec (Tschechien), der die alte Bestmarke um vier Sekunden pulverisierte, war chancenlos. Danach wusste Müller: "Das war meine letzte Medaille."

Im 1000-m-Zeitfahren, das Jezec gewann, landete der Serriger auf dem siebten Platz. Die größte Hoffnung auf einen Podiumsplatz zerplatzte, da Müller im Teamsprint wegen einer für Handicap-Sportarten typischen Regel, bei denen für Teams die aus unterschiedlich schwer behinderten Sportlern zusammengesetzt sind, eine Minimal- und Maximalpunktzahl festgelegt ist, nicht zum Einsatz kam. Die Mannschaft gewann ohne Müller Silber. Blieb noch die Hoffnung auf die Straße. Regen und Wind waren die größten Gegner der Fahrer auf dem Rundkurs – und die Organisatoren. Im Zeitfahren wurde Müller Sechster, eine mehr als beachtliche Leistung, denn er war gestürzt, nachdem sich ein Bremsklotz verkeilt und das Hinterrad blockiert hatte. "Ich habe das Rad auf einen Damm gesteuert, um wenigstens weich aufzuschlagen", berichtet er, "aber alle Chancen waren natürlich dahin." Es siegte Alkaide mit großem Abstand vor Jezec und dem Österreicher Christian Wilberger. Das Straßenrennen geriet dann zur Farce, denn wie auch im Zeitfahren ließ der Veranstalter keine Materialfahrzeuge zu. Von Beginn an wurde im Minutenrhythmus attackiert. Als Alkaide einen Angriff startete, gingen Jezec, der Rumäne Eduard Novak und Müller mit. Schnell setzte sich das Quartett ab und hätte wohl den Sieg unter sich ausgemacht. Dann schlug das Schicksal zu. In der Mitte der 8,2 Kilometer langen Runde erlitt Müller einen Hinterraddefekt und musste sich so bis ins Ziel quälen, wo er nach weiteren vier Kilometern endlich das Rad wechseln konnte. Jezec erlitt später auch einen Defekt – 500 Meter vor Rundenende – und wurde Dritter. Alkaide erwischte es zwei Kilometer vor Schluss, er wurde Zweiter. So gewann der einzige Topfahrer, der keinen Defekt hatte, der Rumäne Novak.

In die Wut über die Funktionäre mischen sich aber auch die Bedenken über die Zukunft des Sports. "Die Besten sind nicht nur jünger als ich, sie sind auch Profis", sagt der 46-Jährige. Wenn unser Verband nicht schleunigst auf die veränderte Situation reagiert, fahren wir in Zukunft nur noch hinterher. Müller will sich im Winter und Frühjahr noch einmal wie immer vorbereiten: "Danach werde ich entscheiden, ob ich Feierabend mache oder die WM 2006 noch mitnehme."

 
 

 

 

 



22.06.2005

RADSPORT : Der dominante Gotty


WEIL. (wir) Für die nationale Konkurrenz hat das Unterfangen, den Konzer Gottfried Müller zu schlagen, weiterhin das Prädikat "Mission impossible".

Am Wochenende düpierte der für den RV Freiweg Serrig startende Handicap-Radfahrer wieder einmal die versammelte deutsche Elite und errang die Meistertitel Nummer 37 und 38. In welch’ glänzender Verfassung sich Müller dabei präsentierte, wird auch dadurch verdeutlicht, dass selbst ausländische Spitzenfahrer, die auf Einladung an den Start gingen, dem 46-Jährigen nicht das Wasser reichen konnten.
Dass diese Titelkämpfe die erfolgreichsten der Geschichte unter regionalem Aspekt wurden, ist Müllers Vereinskameraden Matthias Schloss zu verdanken, der sowohl im Einzelzeitfahren,
als auch im Straßenrennen den zweiten Platz belegte und sich damit ebenfalls gute Chancen ausrechnen kann, für die Europameisterschaften in Alkmaar (Holland) nominiert zu werden.

Dem Fahrerfeld wurde in Weil am Rhein bei Temperaturen von 33 Grad im Schatten alles abverlangt. Trotz der mörderischen Hitze wurden die Wettbewerbe wie vorgesehen um 13 und 14 Uhr gestartet und nur minimal verkürzt. Im Kampf gegen die Uhr über 11,6 km dominierte Müller deutlich, erzielte ein Stundenmittel von 46 km und gewann in 14:41 Minuten vor dem Dänen Michael Sörensen (15:06) und dem Franzosen Sebastian Serriere (15:45). Mit 16:06 Minuten erkämpfte sich Schloss als zweitbester Deutscher die Silbermedaille. Das Straßenrennen am folgenden Tag hatte seine zusätzlichen Tücken, weil der Kurs sehr winklig war und nach jeder Kurve immer wieder angetreten wurde. Nach der Hälfte der Distanz (70 km) setzte sich Müller mit dem Dänen und Franzosen ab. In der Schlussphase überrundete das Trio sogar das gesamte Feld – das Endresultat war dasselbe wie beim Zeitfahren. Im Spurt des Feldes sicherte sich Schloss Platz zwei knapp vor Andi Walz (Reute).

 
 


8. Juni 2005
Radsport: Rang 2 für Müller beim Europacup

Serriger Handicap-Fahrer auf den Spuren von Jan Ullrich

An gleicher Stätte wie Jan Ullrich am Sonntag beim Grand Prix des Kanton Aargau in Gippingen den zweiten Platz belegte machte es Gottfried Müller, Handicpa-Fahrer des RV Frei-Weg Serrig, ihm 24 Stunden vorher vor und belegte ebenfalls den zweiten Platz im Straßenrennen beim Europacup der Handicap-Rennfahrer. Franzose fängt Müller auf Ziellinie ab "Diese Profi-Veranstaltung, in die die Handicap-Fahrer bereits zum sechsten Mal integriert waren, ist sehr gut organisiert und wie bei den Profis mit Preisgelder dotiert - wenn auch in bescheidener Höhe (Sieg 100 Sfr., 2.Platz noch 80 Sfr). Es macht schon sehr viel Spaß bei so einer großen Veranstaltung mit sehr vielen Radsport-Begeisterten zu fahren.

Es waren über 70 Rennfahrer aus 10 Nationen gemeldet, die beim Straßenrennen über 67,5km ( 9x7,5km) an den Start gingen. Pro Runde mussten zwei Anstiege bewältigt werden, wo in fast jeder Runde die Attacken liefen. Das Feld wurde Runde für Runde kleiner. Wegen des starken Windes schaffte es aber keine Gruppe Wegzuspringen und so kam es am Ende zu einem Zielsprint mit ca. 30 Rennfahrern.

Mein Teamkollege Günter Brechtel rief kurz vor der 'Flamm Rouge': "häng dich dran, ich fahr dir den Sprint an". Es wurde mit Hacken und Ösen gekämpft, gerempelt und geschuppst aber er schaffte es mich in eine tolle Position zu bringen. An der 100 Meter Marke fuhr ich aus seinem Windschatten und es sah bis 10 Meter vor der Linie nach meinem zweiten Gippingen-Sieg aus. Aus meinem Windschatten jedoch kam der Franzose Sebastian Serriere, Europameister 2003, und fing mich noch ganz knapp vor der Linie ab und gewann wie im letzten Jahr seinen zweiten Grand Prix von Gippingen, auf dem dritten Platz landete mit etwas Abstand der Österreicher Michael Schreiber.

Am nächsten Morgen bereits um 9 Uhr war der Start zum abschließenden Einzelzeitfahren über 14,8km auf einem welligen Kurs. Ich fühlte mich nicht sehr gut war wahrscheinlich noch nicht gut erholt vom Straßenrennen, belegte mit fünf Sekunden Rückstand wie am Vortag den zweiten Platz (20:17 Min) hinter Christian Wilberger (20:12 Min) aus Österreich, den ich noch vor einer Woche in München besiegen konnte, Dritter wurde wie schon am Tag zuvor im Straßenrennen sein Mannschaftskollege Schreiber. Andy Walz 21:48 aus Reute wurde fünfter und Matthias Schloss in 23:18 Achter und damit drittbester aus dem Deutschen National Team."

Gesamtführung im Europacup
In der Gesamtwertung liegt Gottfried Müller jetzt mit 56 Punkten vor Christian Wilberger mit 51 Punkten in Führung. Am kommenden Wochenende verzichtet er auf den Europacup in der Slovakai - die Mördertour wäre 15 Stunden im Auto zu sitzen, nein Danke. Jetzt läuft die Vorbereitung auf die Deutschen Straßenmeisterschaften nächstes Wochenende (18./19. Juni in Weil am Rhein) und danach wird Müller eine kleine Wettkampfpause einlegen, bevor es am 16. und 17. Juli in Trier-Zewen mit der Vorbereitung auf die Europameisterschaften Mitte August in Holland weitergeht.

 
 


02.06.2005
RADSPORT : Alles Müller, oder was?
 
AUGSBURG/MÜNCHEN. (wir) "Ich wundere mich selbst, dass ich so gut in Form bin", sagte Gottfried Müller nach dem Europacup-Auftakt der Handicap-Radfahrer in München, bei dem der Konzer erneut die europäische Elite düpiert hatte.

Bis auf die Tschechen mit Paralympics-Sieger Jiri Jezek und die Spanier waren alle führenden Radsportnationen beim Auftakt der Rennserie rund um die Ruderregattastrecke in Oberschleißheim versammelt. In beiden Disziplinen, dem Straßenrennen über 70 km und dem 20 km langen Zeitfahren, war Müller nicht zu schlagen.

Konzer distanziert die Konkurrenz
Das Straßenrennen gewann er im Sprint aus einer großen Kopfgruppe heraus vor dem Franzosen Michael Alcatide und den Österreicher Christian Wilberger. Das Zeitfahren geriet zu einer wahren Demonstration der Leistungsfähigkeit Müllers, distanzierte der doch den Zweitplatzierten Wilberger um mehr als eine halbe Minute und den Dritten, den Franzosen Sebastien Serriere, sogar um deutlich mehr als zwei Minuten. Der wie Müller für den RV Freiweg Serrig startende Matthias Schloss kam auf die Plätze sieben (Straßenrennen) und zwölf (Zeitfahren). Müller war quasi direkt von der Bahn, wo kurz zuvor die deutschen Meisterschaften stattgefunden hatten, nach München gereist. Auf dem schnellen Holzoval von Augsburg hatte sich der 45-Jährige sowohl im 1000-m-Zeitfahren als auch in der 4000-Meter-Einzelverfolgung deutlich durchgesetzt und der nationalen Konkurrenz das Hinterrad gezeigt. Die Verwunderung Müllers war nicht auf den Umstand zurück zu führen, dass er sich in der Fugger-Stadt die Meistertitel Nummer 35 und 36 gesichert hatte, sondern auf seine Zeiten: "Ich war schneller als vor den Paralympics in Athen", konstatierte er und die Vorfreude auf die EM in Alkmaar ist schon spürbar. Matthias Schloss sicherte sich in beiden Disziplinen die Silbermedaille.

 
 


RADSPORT : Bangen vor Athen

GIPPINGEN. (wir) Im Rahmen des Profi-Grand-Prix von Gippingen (Schweiz) haben die Handicap-Radfahrer die letzten Europacuprennen der Saison ausgetragen, die fast allen Teilnehmern gleichzeitig als letzte Standortbestimmung vor den Paralympics in Athen (17. bis 28. September) dienten.

Am Start in Göppingen war auch der erfolgreichste deutsche Handicap-Radsportler der vergangenen Jahre, der für Serrig startende Gottfried Müller. Am Straßenradrennen nahm der Serienmeister wegen einer noch nicht ganz ausgeheilten Verletzung nicht teil, "weil ich kein unnötiges Risiko eingehen wollte".

Beim Zeitfahren ging er an den Start, "weil ich dort selbst die Spitzenbelastung steuern und mein Rennen nach meiner Form gestalten kann". Müller startete vorsichtig und gab erst Vollgas, als er merkte, dass die Beine an diesem Tag gut waren. Seine Leistung reichte trotz dieser Renneinteilung, um den Kampf gegen die Uhr siegreich zu gestalten. Müller gewann mit 15 Sekunden Vorsprung vor dem Österreicher Christian Wilberger und weitere acht Sekunden vor dem Dänen Sverd Christiansen. Wie gut die eigene Form ist, lässt sich aus diesem Resultat aber nur bedingt ablesen, weil "drei, vier sehr gute Europäer gefehlt haben". Am kommenden Sonntag beginnt der Countdown für die Paralympics mit der Reise ins Trainingslager nach Forli (Italien). Am 11. September geht es dann mit der Fähre weiter nach Athen, wo vor Beginn der Wettbewerbe noch die Möglichkeit besteht, sich mit den Besonderheiten der Bahn anzufreunden. Vor seiner dritten Teilnahme an den Spielen für Behinderte bedankt sich der 45-Jährige "bei allen, die mir geholfen haben, damit ich mich optimal vorbereiten konnte". Stellvertretend für viele andere nennt er seinen Trainer Frank Ziegler vom Olympiastützpunkt Rheinland-Pfalz/Saar und das Sanitätshaus Komed. Informationen über Müller bietet die Homepage www.gotty-mueller.de.

 
 

 


Auf der Straße und der Bahn in Athen dabei: Gottfried Müller
Foto: TV-Archiv/Harald Tittel


Der paralympische Fluch


ATHEN/KONZ. "Athen, ich komme", steht auf der Homepage von Gottfried Müller. Und in einem eigenen Fenster zeigt der Countdown die Zeit bis zu seinem ersten Start bei den Paralympics an, wo sich der beste deutsche Handicap-Radfahrer endlich seinen letzten großen Traum erfüllen will - eine Medaille unter den fünf Ringen.

Es ist Müllers dritte Teilnahme an den Spielen für Behinderte, drei vierte Plätze in Sydney und ein sechster Rang in Atlanta waren in der Vergangenheit seine Ausbeute. Immer dann, wenn Paralympics anstanden, war der 45-Jährige, der für den RV Freiweg Serrig startet, nicht in Topform. Entweder durch Krankheit oder Verletzung gehandicapt, konnte er ausgerechnet beim größten Sportereignis sein Potenzial nicht abrufen. Ein Mal war er Weltmeister (1998), drei Mal Europameister (1998) und hat inzwischen in seiner einzigartigen Karriere 34 deutsche Titel gesammelt - sowohl auf der Straße, als auch auf der Bahn ist Müller ein absoluter Weltklassemann.

Aber vor den Paralympics scheint dem Informationselektroniker das Pech anzuhaften. In der Vorbereitung auf Athen absolvierte Müller mit dem gesamten Nationalteam ein Trainingslager in Italien. "Die ersten drei Tage verliefen super, ab dem vierten Tag ging nichts mehr." Als er sich morgens anzog, "war auf ein Mal der Rücken dicht". Irgendetwas war eingeklemmt. Das größte Problem: Die gesamte medizinische Abteilung des Radsportteams war bereits in Athen, also blieb nur der Gang zu einem ortsansässigen Orthopäden. "Gebracht hat es wenig, er hat mir eine Spritze gesetzt, die aber nicht geholfen hat." Also hieß es warten bis zur Ankunft in Athen am Montag. "Unser Mannschaftsarzt und der Physiotherapeut haben sich auf meinen Rücken gekniet, dann hat es gekracht, und seitdem kann ich mich wieder bewegen."

Dem ersten Test auf der Bahn am Dienstag stand damit nichts mehr im Wege. "Es ist sehr windig, weil das Velodrom offen ist", war die erste Erkenntnis. Die zweite: "Bei den ersten drei Belastungen lief es noch nicht so gut. Die vier Tage, in denen ich zum Nichtstun verurteilt war, haben sich doch negativ bemerkbar gemacht. Die beiden letzten Einheiten waren schon viel besser." Bis zu seinem ersten Start am Samstag in der Qualifikation der 4000-m-Einzelverfolgung hofft er, wieder in Bestform zu sein.

In diesem Bahnwettbewerb rechnet sich der Konzer die besten Chancen aus, aufs Treppchen steigen zu können. "Erst einmal unter die besten Acht kommen, dann sehen wir weiter", lautet die Zielsetzung. Eine zweite Medaillenchance hat er gemeinsam mit Tobias Graf (Freiburg) und Günter Brechtel (Stuttgart) im Teamsprint. "Wir waren in Köln im Trainingslager, dort wo sich auch die Olympiasieger Jens Fiedler, Stefan Nimke und René Wolff vorbereitet haben. Das muss doch ein gutes Omen sein." Die Aussichten, auf der Straße nach Edelmetall zu greifen, sind durch eine "merkwürdige Regeländerung" gesunken.
Straßenrennen und Einzelzeitfahren werden zusammengefasst. Wer die niedrigste Platzziffer hat, darf sich mit Gold dekorieren lassen. "Es sind definitiv meine letzten Spiele", sagt Müller, und deshalb lässt er sich auch von Verletzungen nicht negativ beeinflussen. Wird er das Rennrad endgültig in die Ecke stellen, wenn er sich in Athen seinen großen Traum erfüllen kann? "Da muss ich erst mal mit meiner Frau reden", lacht er, "aber im Ernst: Ich glaube, ohne diese Quälerei kann ich nicht leben."
Weitere Infos unter www.gotty-mueller.de

 
 


PARALYMPICS: Hoffen auf die Staffel


ATHEN. (teu) Seine ersten beiden Medaillenhoffnungen musste Jörg Trippen-Hilgers begraben. Der sehbehinderte Leichtathlet wurde bei den Paralympics im Weitsprung 13. und brach den Fünfkampf verletzt ab. Edelmetall verpasste auch Radsportler Gottfried Müller, der im Teamsprint wie in Athen auf Rang vier landete.

"Da vorne ging total die Post ab. Das ist unglaublich." Ein bisschen ungläubig registrierte Jörg Trippen-Hilgers die Resultate des Weitsprung-Wettbewerbs der Sehbehinderten der Klasse F12 bei den Paralympics in Athen. Vier Springer flogen sieben Meter und weiter. Für das Sahnehäubchen sorgte Oleg Panyutin aus Aserbaidschan mit dem Weltrekord von 7,25 Metern. Der Sechste Matthias Schröder (Berlin) sprang mit 6,83 Metern deutschen Rekord. Trippen-Hilgers vom SFG Bernkastel-Kues belegte mit 6,37 Metern den 13. Platz. Mehr als der verpasste Satz über die 6,50-Meter-Marke und damit die Chance, als Finalteilnehmer drei weitere Versuche durchführen zu können, machte dem 34-Jährigen eine beim letzten Sprung erlittene Verletzung zu schaffen. "Ich habe anscheinend den Fuß beim Absprung etwas nach außen gedreht und dadurch die Innenbänder gezerrt", erklärt er. Gestern konnte Trippen-Hilgers nur mit einer schmerzstillenden Spritze zum Fünfkampf in der Kategorie der besser Sehenden (F13) antreten. "Ich hatte ein richtig gutes Gefühl für den Weitsprung", sagt der Mann, der nach einer Augenerkrankung nur noch über rund zwei Prozent Sehrest verfügt. Mit 6,09 Metern (in der F13 wird vom Brett statt aus einer Zone abgesprungen) durfte sich der Masseur aus Zell noch Hoffnungen auf eine vordere Platzierung machen. "Aber die Betäubung hat nachgelassen und wegen der Staffel habe ich lieber aufgehört. Wir haben keinen Ersatzläufer", erklärt Trippen-Hilgers. Noch eine Spritze wollte er sich nicht setzen lassen. Nun hat Jörg Trippen-Hilgers die Staffel-Vorläufe, die auf Samstag vorverlegt wurden, im Visier. Mit der 4x100-Meter-Staffel rechnet er sich Chancen auf seine dritte paralympische Medaille nach 1996 in Atlanta und 2000 in Sydney aus.

Weiterhin auf paralympisches Edelmetall warten muss der Konzer Radsportler Gottfried Müller. Mit Tobias Graf und Günter Brechtel hatte er im Teamsprint über 750 Meter die drittbeste Zeit erzielt, durfte also auf eine Bronzemedaille hoffen. Doch im Rennen gegen Frankreich verpassten Müller & Co. das Ziel Edelmetall um die Winzigkeit von einem Zehntel. Nun setzt Müller auf die Entscheidungen auf der Straße.

 

 


Nah dran an der Weltspitze: Auch ohne Medaille habe er nicht allzu viel Frust, sagte Radsportler Gottfried Müller (3. von links) beim Paralympics-Empfang in Koblenz.

Foto: Holger Teusch


Nicht nur Medaillen zählen


KOBLENZ. (teu) Die Paralympics sind nicht nur ein Anhängsel der Olympischen Spiele. Dies verdeutlichte der Medienrummel beim Empfang der rheinland-pfälzischen Athen-Fahrer.

Als Favoritin war Dressurreiterin Hannelore Brenner nach Griechenland gereist. Doch der Medaillentraum schien ausgeträumt, als das Pferd der inkomplett Querschnittsgelähmten, Fabiola, lahmte. Kurzentschlossen stellte Teamkollegin Bianca Vogel ihr Pferd zur Verfügung. "Es war ein komisches Gefühl", sagte die Contergan-Geschädigte zu dem Augenblick, als sie Brenner auf Roquefort sah. Normalerweise dauere es Jahre, bis Pferd und Reiter harmonisieren, aber Roquefort "lief so toll mit Hanna, dass ich ein bisschen eifersüchtig wurde", sagte Vogel. Brenner gewann auf Roquefort Silber.

Zusammenarbeit bringt Edelmetall
Geteiltes Edelmetall: Nur dank Vogels Vorarbeit habe alles so geklappt. "Ein gut ausgebildetes Pferd ist leicht zu reiten", sagte Brenner. Wenn die 41-Jährige an Fabiola denkt, kämpft sie mit den Tränen. "Du wirst sie nicht wiedersehen", habe ihr Sponsor unerklärlicherweise gesagt.

Mit ihren Teamkollegen feierte Brenner beim Empfang des Behindertensportverbands Rheinland-Pfalz und Lotto in Koblenz aber ein frohes Wiedersehen. Außer Ministerpräsident Kurt Beck, der die zwölf Athen-Fahrer in Mainz empfangen will, gaben sich angeführt von Innenminister Walter Zuber Vertreter der Politik und des rheinland-pfälzischen Sports die Ehre. "Eine sportliche Geste, die in die Geschichte eingehen wird", bewertete der Präsident des Landessportbunds Rheinland-Pfalz, Egon Heberger, den "Pferdeverleih von Athen".

"Allein die Teilnahme an den Paralympics ist ein großartiger Erfolg", erklärte Zuber. Es gehe natürlich um Medaillen, aber auch um die Vorbildfunktion der Spitzen- für die Breitensportler. "Wir wollen, dass behinderte Menschen so normal wie möglich leben", sagte Zuber. Sport zur Förderung des Selbstvertrauens gehöre dazu.

Genauso wie Niederlagen zum Sport gehören. "Enttäuscht ist man schon", sagte Jörg Trippen-Hilgers zu seinem 13. Platz im Weitsprung. Der Leichtathlet vom SFG Bernkastel-Kues will nun so nach Peking durchstarten wie nach seiner Sehnerverkrankung. Seine definitiv letzten Paralympics hat dagegen Radsportler Gottfried Müller hinter sich. "Es ist nicht so schlimm, wie man vielleicht denkt", relativierte "Gotty" seinen Frust. Zum dritten Mal hatte er in Athen eine Medaille knapp verpasst. "Ich habe gegen die drei Weltbesten verloren", sagte der 45-Jährige vom RV Serrig.

Am Anfang seiner Karriere steht dagegen Sebastian Junk. Der aus Trier stammende, sehbehinderte Judoka wollte die Ehrung durch Zuber, die Vertreter der Sportverbände und Lotto auf keinen Fall verpassen. Deshalb setzte sich Junk von einer Klassenfahrt ab und jettete via Stuttgart an den Rhein.

"Bronze gewinnt man nicht jedes Jahr", begründete der 20-Jährige seine Aktion. Junk wollte den Scheck über 1500 Euro selbst entgegen nehmen. "Mein Wunsch für 2008 ist Gold", kündigt Junk an. Bei den mit 3969 Athleten aus 136 Nationen besetzten Athener Spielen gewannen neben Brenner und Junk, Bianca Vogel (Silber) und das Dressur-Team (Silber) Medaillen.

 
 

 


Sportler-Parade: Mit ihren selbst gemalten Flaggen stellen sich die Athleten im Nitteler Olympiastadion auf.

Foto: Karl-Peter Jochem


Olympia an der Obermosel


NITTEL. (kpj) Drei Wochen vor Beginn der Olympischen Spiele in Athen wurde die Olympiafahne an der Obermosel gehisst. Als Höhepunkt der Projektwoche "Olympia" der Grundschule wurde der Sportplatz in eine olympischen Arena verwandelt und der "Erste Pentathlon der Neuzeit" ausgerichtet.

Einmarsch der Nationen, olympischer Eid, Nationalhymne, Wettkämpfe und Medaillen - was in Athen erst in drei Wochen startet, wurde jetzt schon in Nittel vorgemacht. Unter den Klängen des Te Deum marschierten die "Athleten" mit selbst gemalten "Länderflaggen" in die Arena ein. Vorneweg Sarah Kerner, die Trägerin der olympischen Fackel. Begeisterte Eltern winkten ihren Sprösslingen mit bunten Olympiafähnchen zu. Stolz hissten die Wettkämpfer die Fahne mit den fünf bunten Ringen.

Griechenland als Projekt-Thema
Der olympische Eid wurde anschließend in Deutsch und Englisch vorgetragen. Doch bevor Rektor Franz-Jürgen Mertens in die Rolle des IOC-Präsidenten Jacques Rogge schlüpfte und den "Ersten Pentathlon der Neuzeit im Stadion zu Nittel" eröffnete, zeigten die Schüler noch die Ergebnisse der Projektwoche.

In zwölf Arbeitsgruppen befassten sich die Kinder mit den Spielen und dem Gastgeberland Griechenland, lernten Sirtaki und griechische Lieder, bastelten die Akropolis, Mosaike und Tonkrüge mit griechischen Ornamenten. Höhepunkt der Projektwoche war der Besuch zweier waschechter Olympiateilnehmer. So berichtete Hammerwerfer Edwin Klein von seinen Wettkämpfen und der Enttäuschung über den Olympia-Boykott 1980.
Begeistert waren die Kinder auch von Gottfried Müller, der sich für die Teilnahme an den diesjährigen Paralympics in Athen qualifiziert hat. "Ein toller Sportler", sagte der zehnjährige Benedikt und zählte mühelos alle Titel auf, die Müller bisher gewonnen hat. "Er hat uns von seinem Motorradunfall erzählt, bei dem er einen Unterschenkel verloren hat und uns seine Prothese gezeigt", sagte ein anderer Viertklässler und ergänzte beeindruckt:
"Schon Wahnsinn, dass er mit seiner Behinderung täglich rund 100 Kilometer Fahrrad fährt."

Fahrrad fahren stand nicht auf dem Programm der "Nitteler Olympiade". Vielmehr traten die acht Klassen im Diskuswurf, Stadionlauf, Speerwurf, Ringkampf und Standweitsprung gegeneinander an.

Dabei stand nicht der unbedingte Siegeswille im Vordergrund. "Wir wollen den Schülern vielmehr den olympischen Gedanken des Fair Play und der gegenseitigen Achtung näher bringen", sagte Rektor Mertens. Klar, dass es für jeden Athleten auch eine selbst gebastelte Medaille gab. Medaillen wünschten die Nitteler Olympioniken auch ihrem Gast Gottfried Müller. Natürlich keine selbst gebastelte, sondern eine echte Goldmedaille

 
 

 


Hoffnungsträger für Athen:
Der sehbehinderte Leichtathlet Jörg-Trippen-Hilgers,
Triathletin Jolle Franzmann und der Unterschenkel-amputierte Radsportler Gottfried Müller (von links) kämpfen um Medaillen.


VERANSTALTUNG: Fünf Ringe in der Arena

TRIER. Athen kann kommen: Guten Mutes und voller Hoffnung reisen zahlreiche rheinland-pfälzische Athleten im Spätsommer zu Olympia und den Paralympics. Sechs von ihnen stellten sich am Dienstagabend in der Arena vor.

"Hier geht's nach Athen" steht auf dem Wegweiser in der Trierer Arena. Wo sonst die VIPs von TBB und "Miezen" bei gutem Essen die Spiele Revue passieren lassen, ging es am Dienstagabend um die größten Spiele im Leben eines Sportlers: Olympia und Paralympics. "Wir haben in Trier zwar viel Spitzensport, aber in Sachen Olympia haben wir Nachholbedarf", erkannte Triers Sportdezernent Georg Bernarding bei der Athen-Präsentation.

Müller sieht aus wie ein junger Gotti
Drei Um-ein-Haar-Athen-Fahrerinnen trainierten gerade nur ein paar Meter weiter - nur der Traum der deutschen Handball-Frauen hatte sich mit der Nicht-Qualifikation im Dezember zerschlagen, so dass die "Miezen" komplett trainieren können, während andere in Athen um die Medaillen spielen. Dennoch war die Region bei der vom Landessportbund veranstalteten Präsentation gut vertreten - nicht nur dort, wo die Prominenz aus Politik, Sport und Wirtschaft Platz genommen hatte, sondern auch auf der Bühne. Da war zum einen Triathletin Joelle Franzmann, die bis Anfang 2004 noch für den PST Trier startete, dann aber ins Saarland gewechselt war. "Der Wechsel hat nichts mit dem Sportlichen zu tun, sondern nur damit, dass ich in Saarbrücken lebe und trainiere und deswegen kürzere Wege habe." Ihr Trierer Mentor, "Ironman" Rainer Düro vom PST, nickte anerkennend.

Aber da waren auch noch die beiden Paralympics-Hoffnungen Jörg Trippen-Hilgers aus Zell und Radsportler Gottfried "Gotti" Müller aus Konz - der zum Frauenschwarm bei Franzmann sowie der Trampolin-Turnerin Anna Dogonadse (Bad Kreuznach) und der Stabhochspringerin Anastasia Ryshich mutierte: "27, 29, 32" lauteten die Schätzungen, was das Alter des Unterschenkel-amputierten Weltmeisters betrafen. Müller grinste, druckste herum, ehe er zum Erstaunen der drei Damen sein Alter nannte: 45. "Die sind doch viel zu jung für sie", entgegnete Moderator Hans E. Lorenz auf die beidseitig ausgetauschten Blicke.

Trippen-Hilgers, der alle Wehwehchen und Krankheiten rechtzeitig vor Olympia auskuriert hat, ist ebenso optimistisch wie Franzmann und Müller, dass es in Athen mit einer Medaille klappen kann. Sein einziges Problem: Weitsprung und Fünfkampf sollen am selben Tag stattfinden. "Vielleicht qualifizieren sich noch ein paar aus meiner Schadensklasse für den Fünfkampf, dann wird er vielleicht verlegt", meinte der gelernte Masseur, der zudem hofft, dass sich die Öffentlichkeit nicht nur während der Paralympics für den Behindertensport interessiert: "Auch in den vier Jahren dazwischen, bei EM oder WM, bringen wir hervorragende Leistungen." Wie Müller ist Athen auch für ihn die dritte Paralympics-Teilnahme. Beide profitieren von der Förderung durch das "Glücksspirale-Team" sowie die Sporthilfe Rheinland-Pfalz. "Nicht-Behinderte und Behinderte erhalten die gleiche Förderung. Da waren wir Vorreiter in Deutschland", meinte Sportminister Walter Zuber nicht ohne Stolz - und legte gleich nach: "Wir sparen nicht an der Spitzensport-Förderung. Vielleicht gibt es sogar noch ein bisschen mehr."

Rund 20 Sportler aus dem Bereich des Olympia-Stützpunkts Rheinland-Pfalz-Saarland werden bei Olympia an den Start gehen, zwölf sind bislang für die Paralympics qualifiziert. "Wir hoffen auf ähnliche Erfolge wie 2000. Wir haben im Deutschen Haus in Athen schon ein paar Abende gebucht, wo wir richtig feiern wollen", meinte Steffen Oberst, der Chef des Olympia-Stützpunkts. Und das will auch Joelle Franzmann: "Bei den vergangenen Weltmeisterschaften war ich erst Fünfte, dann Vierte - nun soll es so weitergehen."

 






Gottfried Müller
 


AUGSBURG/BIBERBACH. (wir) Selbst ein noch nicht in Bestform fahrender Gottfried Müller ist für die nationale Konkurrenz eine Nummer zu groß. Der Konzer qualifizierte sich erneut für die Paralympics.

Der für den RV Freiweg Serrig startende Handicap-Radfahrer gewann am vergangenen Wochenende die deutschen Meisterschaften auf der Bahn und der Straße, sicherte sich seine DM-Titel Nummer 31 bis 34 und steht an der Spitze des deutschen Aufgebots für Paralympics in Athen. Zum Auftakt der Wettbewerbe auf der Bahn in Augsburg konnte er im 1000-m-Zeitfahren eine neue persönliche Bestzeit (1:16,03 Minuten) erzielen und gewann vor dem Schweizer Roland Spahr und dem Österreicher Alfred Kaiblinger.

In der 4000-m-Verfolgung zahlte sich eine Umstellung der Übersetzung und damit auch der Trittfrequenz nicht aus. "Mit dieser Zeit bin ich international nicht konkurrenzfähig", merkte Müller aber kritisch an, der im Hinblick auf Athen wieder auf die bewährte Einstellung zurückgreifen wird. Zu schlagen war er dennoch nicht. Er gewann auch den zweiten Bahnwettbewerb mit riesigem Vorsprung vor Kaiblinger und Spahr. Trotz dieser Triumphe ging der Konzer nur gedämpft optimistisch in die Straßenwettbewerbe, denn die Organisatoren hatten wegen Absperrungsproblemen umdisponiert. Statt eines normalen Zeitfahrens stand nun ein elf Kilometer langes Bergzeitfahren auf dem Programm. "Ich hatte mir gar keine Chancen in dieser Disziplin ausgerechnet", gibt Müller im Nachhinein zu.

Mit Wut im Bauch ging er in den ungeliebten Wettbewerb, fuhr die bis zu zehn Prozent steile Strecke von Beginn an am Anschlag und war im Ziel "total baff". Mit 23:13 Minuten erzielte er eine Zeit, die von keinem seiner Konkurrenten auch nur annähernd erreicht wurde. Mit mehr als drei Minuten Rückstand kam Andi Walz (RV Reute) auf Rang zwei, Müllers Vereinskamerad Matthias Schloß holte sich Bronze. Im Straßenrennen machte der 45-Jährige dann den totalen Triumph perfekt. Zur Hälfte des Rennens setzte er sich mit einer Gruppe weniger schwer behinderter Fahrer ab, die kurz vor Ende des Rennens sogar das gesamte Feld überrundete. Müller landete einen ungefährdeten Sieg.
Im Spurt der Verfolger sicherte sich Schloß den zweiten Platz vor Walz.

 
 


Der Traum von Athen

KONZ. (wir) Für den erfolgreichsten deutschen Handicap-Radfahrer des letzten Jahrzehnts wird die Zeit knapp - Gottfried Müller will noch eine paralympische Medaille.

Gottfried Müller, der national Titel sammelte wie kein anderer und auch auf internationalem Parkett äußerst erfolgreich war, hat sich wie alle Sportler zum Ziel gesetzt, noch ein Mal bei Olympia (beziehungsweise den Paralympics) dabei zu sein und "endlich die ersehnte Medaille" - die einzige, die ihm noch in seiner Sammlung fehlt - zu erkämpfen. Aber ausgerechnet vor den entscheidenden Wettkämpfen am Wochenende, nach denen der Kader für die Paralympics benannt wird, weiß der 45-Jährige nicht so recht, wo er steht. Wegen einer langwierigen Krankheit aus der letzten Saison - vor den Europameisterschaften 2003 hatte er sich eine Wadenverletzung zugezogen, die dann in einer Thrombose mündete - hatten die Ärzte ihm bis zum Ende des Jahres Trainingsverbot erteilt.

"Dadurch hinke ich in meiner Saisonplanung natürlich hinterher", berichtet Müller, der erst im Januar mit behutsamem Grundlagentraining beginnen konnte und seit wenigen Wochen sein übliches Programm absolvieren kann.

"Die ersten Saisonrennen sind mir ganz schön schwer gefallen", gibt er zu. Allerdings maß er sich bei seinen ersten Einsätzen auch mit "Fußgängern". Am heutigen Donnerstag beginnt nun für Müller bei der deutschen Olympia-Ausscheidung das "Unternehmen Athen". In Augsburg sind zunächst drei Bahnwettbewerbe über 1000 m, die 4000-m-Verfolgung und der Team Sprint zu absolvieren. Am Samstag stehen dann im Elzach-Tal im Schwarzwald die Straßenwettbewerbe im Zeitfahren und das Einer-Straßenrennen auf dem Programm. Unmittelbar danach wird dann die Mannschaft bekannt gegeben, die die deutschen Farben bei den Paralympics vom 17. bis 28. September vertreten wird. "Ich bin trotz der holprigen Vorbereitung recht zuversichtlich", sagt Müller, der seit Beginn des Jahres von der Gründung des Teams "Glücksspirale" profitiert.

"Wir können jetzt die Olympiastützpunkte in Anspruch nehmen", berichtet der Konzer, der jetzt regelmäßig bei Frank Ziegler, dem Coach des Heinrich-Heine-Gymnasiums in Kaiserslautern, trainiert, der auch Ex-Weltmeister Jan van Eiden und die Wittlicher Marco Jäger und Dominik Krone trainiert.
In Augsburg gehen auch Müllers Vereinskollegen Matthias Schloss und Josef Konrad (beide RV Freiweg Serrig) an den Start. Der für Wittlich startende Traben-Trarbacher Martin Fischer hat seine Laufbahn wegen Verletzungsproblemen beendet.

 
 


Liebe Sportlerinnen und Sportler,

ich freue mich Euch mitteilen zu dürfen, daß Ihr durch das Nominierungskomitee des DBS für die Teilnahme an den XII. Paralympischen Sommerspielen 2004 in Athen nominiert worden seid. Bei einigen wenigen Sportlerinnen und Sportlern erfolgte die Nominierung unter Vorbehalt, bis zur Vorlage eines noch zu erbringenden Leistungsnachweises. Der jeweilige Cheftrainer wird in diesem Fall mit Euch in Verbindung setzen.

In den nächsten Tagen gehen Euch weitere Informationen zu den Paralympischen Spielen zu. Dazu wird auch die Freistellungsbescheinigung zur Vorlage beim Arbeitgeber gehören.

Vorerst darf ich Euch bitten, - zum wiederholten Mal - eine Athletenbiographie auszufüllen. Dieses Formblatt ist den Verbänden vor wenigen Tagen durch den Ausrichter der Paralympischen Spiele zugegangen und dient der Weitergabe an Journalisten und sonstige Medienvertreter vor Ort. Da die DBS-Geschäftsstelle nicht über ausreichend Personal verfügt, um über 200 Fomulare auszufüllen, darf ich Euch um Bearbeitung und um Rücksendung an die DBS-Geschäftsstelle möglichst in digitaler Form bis zum 31. Mai bitten. Die Antworten sollten selbstverständlich in englischer Sprache erfolgen.

Ich möchte diese Gelegenheit nutzen und abschließend auf den voraussichtlichen Termin für die Ausgabe der Mannschaftsbekleidung am 13.-15. August hinweisen. Die Ausgabe findet wie vor vier Jahren in Mainz statt. Hierzu geht Euch noch eine gesonderte Einladung zu.

Einstweilen bitte ich um Rücksendung der Biographie bis zum 31. Mai und verbleibe mit freundlichen Grüßen
F.-T. Hartleb

Frank-Thomas Hartleb
Sportdirektor - Director of Sports
Deutscher Behindertensportverband e.V. - National Paralympic Committee Germany
Friedrich-Alfred-Str. 10; 47055 Duisburg; Germany

 
 

 


Martin Fischer (2. v.l.) gehört zwar noch zum Glücksspirale-Team der rheinland-pfälzischen Paralympics-Kandidaten, wegen einer Verletzung des 33-Jährigen werden Gottfried Müller (links), Jörg Trippen-Hilgers (2. v.r.) und Sebastian Junk (rechts) als einzige Handicap-Sportler aus der Region Trier in Athen auf Medaillenjagd gehen.Foto: Holger Teusch


09.03.2004

BEHINDERTENSPORT :
Tragischer Held Martin Fischer


Landesweite Sportlerehrung -
25 000 Euro für Paralympics-Team - Müller und Trippen-Hilgers in guter Form


KOBLENZ. (teu) Bei der Sportlerehrung des rheinland-pfälzischen Behindertensportverbandes gaben die Paralympics-Kandidaten aus dem Bezirk Trier einen Ausblick auf die Saison.
Es war schon etwas kurios: Gottfried Müller war der einzige Paralympics-Kandidat aus der Region Trier, der in Koblenz vom Behindertensportverband Rheinland-Pfalz (BSV) für Erfolge im Wettkampfjahr 2003 geehrt wurde.

Mit vier deutschen Meistertiteln und zwei Europacup-Siegen war der 44-Jährige vom RV "Frei Weg" Serrig einer der erfolgreichsten BSV-Athleten. Nicht anwesend waren mit Annelise Povh (KV Saartal) und Klaus Weiher (BSG Post-Sport-Telekom Trier) zwei deutsche Meister im Kegeln.

Mit der Unterstützung von weiteren 25 000 Euro, die der Vorsitzende des Sportbunds Rheinland, Hermann Höfer, als Vorsitzender der Gesellschafterversammlung von Lotto Rheinland-Pfalz dem BSV-Vorsitzenden Hagen Herwig (Bernkastel-Kues) überreichte, geht Müller optimistisch in die paralympische Saison. Zehn Wochen musste der 44-Jährige Ende vergangenen Jahres wegen einer Thrombose mit dem Training aussetzen. "Die Pause hat mir gut getan. Ich habe einen Leistungstest gemacht und der war so gut, wie noch nie so früh in der Saison", berichtete der unterschenkelamputierte Zeitfahr-Weltmeister von 1998.

Nicht mehr mit dabei im von Lotto unterstützten so genannten Glücksspiraleteam für Athen ist dagegen Martin Fischer.
Den ebenfalls unterschenkelamputierten Radfahrer aus Enkirch hindern starke Knieschmerzen (im nicht amputierten Bein) am Training. "Ich kann immer noch Rad fahren, aber nicht so viel, dass es für Athen reicht", sagte der 33-Jährige vom RSC "Stahlross" Wittlich. Bedingt durch eine Schiefstellung der Kniescheibe habe sich eine Arthrose gebildet. Vom Leistungssport rieten die Ärzte ab: "Ich habe nur ein gesundes Bein und muss aufpassen, dass das so bleibt", erklärte der Familienvater.

Wie Müller in guter Form fühlt sich dagegen auch Jörg Trippen-Hilgers: "Im Trainingslager in Kienbaum ist es schon fast beängstigend gut gelaufen", berichtete der sehbehinderte Leichtathlet vom SFG Bernkastel-Kues. Ein Trainingsprung sei so weit gewesen, dass es bei den Paralympics für eine Medaille gelangt hätte. Die konkrete Weite wollte der 33-Jährige aber nicht offen legen. Obwohl Trippen-Hilgers die internationale Athen-Norm im Fünfkampf erfüllt hat, möchte er im Weitsprung starten. Wegen des Zeitplans kommt ein Doppelstart nicht in Betracht.

Noch um sein Athen-Ticket zittern muss Sebastian Junk. "Ich habe die internationale Norm erfüllt. Jetzt hängt alles am DBS ( Anm.: Deutscher Behinderten-Verband ), der die nationale Norm höher gesetzt hat", erklärte der aus Trier stammende sehbehinderte Judoka.

Diese Hochleistungssportler seien Beispiele für alle Behinderte, was man trotz eines Handicaps alles leisten könne. Deshalb würden in Rheinland-Pfalz die Paralympics-Kandidaten genauso gefördert wie Olympiateilnehmer, sagte Ministerialdirigent Franz-Josef Kemper. Dieser Sinneswandel habe sich erst in den letzten Jahren vollzogen: "Wenn ich mich an die Diskussionen vor zehn, 15 Jahren erinnere, da haben selbst die Präsidenten der Behindertensportverbände Leistungssport reserviert gegenüber gestanden."

 
 


Stellungnahme zum Interview im TV vom 17.01.04

„ So macht sich der Behindertensport kaputt "

Ich möchte an dieser Stelle folgendes richtig- bzw. klarstellen.!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Die von mir im Interview geäußerte Kritik bezog sich nicht auf Funktionäre im DBS oder gar des Behinderten Sportverbandes Rheinland-Pfalz sondern war an die Adresse des IPC ( International Paralympic Comite ) gerichtet, die diese für uns Sportler nicht nachvollziehbaren Regeländerungen und
Klassenzusammenlegungen vom Schreibtisch aus entschieden haben. Da in dem Interview nur „ Der Verband o. die Verbände„ und nicht das IPC stand konnte der Leser den Eindruck gewinnen das hier der Rheinland-Pfälzische Behinderten Sportverband oder der DBS kritisiert wurden.


Ich möchte hier ausdrücklich auf die sehr gute Zusammenarbeit und Unterstützung des BSV - Rheinland-Pfalz, des LSB, des OSP und des Glückspirale Teams hinweisen.

Seit den letzten Paralympics in Sydney 2000 wurde erreicht das wir Handicap-Sportler wie die „Normalen „ Sportler die Olympiastützpunkte uneingeschränkt nutzen können, das wir die selbe Regelförderung durch das Glückspirale Team erhalten und wir uns nicht mehr als Spitzensportler zweiter Klasse fühlen müssen denn Rheinland-Pfalz ist mittlerweile Vorreiter in Deutschland.

Ich möchte mich hiermit bei den Verbänden und Funktionären für die entstandenen Unklarheiten und Irritationen durch dieses Interview entschuldigen.

Gottfried Müller
 

 
 

 


09.02.2004
Start in die Paralympics-Saison Athen 2004

Hallo Leute,

Am 5. Februar war ich zum zweiten Leistungstest in der Sportmedizin der Uniklinik Freiburg wo ich eine Leistungs-Ergometrie absolvierte.

Bei meinem letzten Test Anfang Dezember erreichte ich nach längerer Verletzung 330 Watt im Ergometer Stufentest auf dem Schoberer Meßsystem. Man beginnt bei dem Test mit 100 Watt die dann alle drei Minuten um 20 Watt erhöht wird und man fährt mit einer Trittfrequenz von 100U/min solange bis man auf dem Zahnfleisch geht oder vom Rad fällt.

Das Testergebnis bei dem jetzigen Test ist sehr viel versprechend verlaufen, ich konnte meine Leistung um 30 Watt auf 360 Watt steigern. In der Vergangenheit konnte ich zu so einem frühen Saison Zeitpunkt diese Leistung bisher nicht erreichen. Es zeigt mir das ich mit meiner Vorbereitung auf mein großes Ziel „Athen „ im optimalen Bereich liege.

Am 20. Februar geht’s für 10 Tage ab ins Trainingslager nach Mallorca zum Grundlagen Trainingslager wo wir Trainingseinheiten bis zu 7 Stunden fahren werden. Im letzten Jahr schaffte ich in 9 Trainingstagen fast 1200 km.

Ich hoffe Ihr habt hier zu Hause einigermaßen schönes Wetter, bis bald.

Gotty Müller

 









Ob sie auch in Athen auf Medaillen beißen dürfen? Die Paralympics-Teilnehmer Martin Fischer, Jörg Trippen-Hilgers und Gottfried Müller müssen noch um ihre Nominierung für die Paralympics bangen.Fotos: Björn Pazen


16.01.2004
TV -INTERVIEW :
"So macht sich der Behindertensport kaputt"


Die Paralympics-Kandidaten Jörg Trippen-Hilgers, Gottfried Müller und Martin Fischer kritisieren Verbände und Funktionäre

TRIER. Athen 2004 - davon träumen weltweit viele Sportler. Beim Gedanken an Olympia geraten die Behindertensportler und die Paralympics schnell in Vergessenheit.
Das TV hat mit den heimischen Kandidaten Jörg Trippen-Hilgers, Gottfried Müller und Martin Fischer über die Chancen, aber auch über die Probleme des Saisonhöhepunkts gesprochen.
Zwei Unterschenkel-amputierte Radsportler (Gottfried Müller und Martin Fischer) und ein sehbehinderter Leichtathlet (Jörg Trippen-Hilgers), ein Trio, das schon 2000 in Sydney am Start war - das sind die regionalen Hoffnungsträger für die Paralympics im September in Athen. Alle drei müssen noch um ihre Nominierung zittern, alle drei kritisieren im TV -Interview die Qualifizierungs-Richtlinien und andere Absurditäten der Verbände, und alle drei haben eine eher von Verletzungen geprägte Saison hinter sich.


| Wie ist bei Ihnen die vergangene Saison gelaufen?

Müller: Nicht so toll. Eine Thrombose kostete mich den Start bei der EM, nachdem ich zuvor in Topform war. Im Training war ich schneller als der spätere Europameister, aber das zählt nicht. Ich hätte wohl fünf EM-Medaillen gewonnen und dafür hätte es sogar Geld gegeben. Aber seit Dezember kann ich wieder voll trainieren.

Fischer: Bei mir war es ähnlich. Zunächst stoppte mich eine Bronchitis, später hatte ich eine Schleimbeutelentzündung an meinem Beinstumpf, musste sieben Wochen pausieren. Dennoch konnte ich bei der EM starten. Beim Zeitfahren wurde ich Achter, beim Straßenrennen setzte sich meine Pechsträhne fort: Ich bekam Probleme mit meiner Prothese und musste aussteigen. Jetzt bin ich fit.

Trippen-Hilgers: Im Training war ich Weltklasse, im Wettkampf Kreisklasse. Nachdem ich fast zwei Jahre lang verletzt oder krank war, lief es 2003 besser. Ich erreichte bei der WM einen Startplatz für Deutschland im Fünfkampf, weiß aber noch nicht, ob ich ihn erhalten werde. Im Weitsprung habe ich die Norm des Veranstalters, aber nicht die unseres Verbandes geschafft. Bei der DM sprang ich am weitesten, wurde wegen der neu zusammengestellten Klassen aber nur Achter.


| Sie sprechen es an: Viele Behindertensportler sind sauer über die neuen Wettkampfklassen, die auch für die Paralympics-Nominierung entscheidend sind. Was heißt das für Sie?


Trippen-Hilgers: Bei uns Leichtathleten werden Äpfel mit Birnen verglichen. Nicht der gewinnt, der am weitesten springt, sondern der mit dem besten Koeffizienten. Als Maßstab wird der Weltrekord und das Paralympics-Sieg-Ergebnis der jeweiligen Schadensklassen genommen. Nach diesem komplizierten Punktesystem wird dann der Sieger ermittelt. Da springen Amputierte, Spastiker und Sehbehinderte gegeneinander. In einigen Klassen, wo der Weltrekord sehr niedrig ist und bei denen in Sydney nur wenige Starter waren, ist es viel einfacher, auf eine hohe Punktzahl zu kommen. Diese Zusammenlegung der Klassen ist schädlich für den Behindertensport, der Zuschauer sieht nicht, wer gewonnen hat, das wird erst ausgerechnet.


| Gibt es ähnliche Probleme auch im Radsport?

Müller: Auch bei uns werden Schadensklassen zusammengelegt, auch bei uns kann es sein, dass der derjenige, der als Erster ins Ziel kommt, nicht gewonnen hat. Viel schlimmer ist aber der knallharte Qualifikationsmodus. Da zählt nicht etwa Kontinuität, da wird nur auf Medaillen geschaut.


| Was heißt das genau?

Müller: Auch dadurch, dass ich nicht bei der EM startete und Martin verletzt war, erreichte Deutschland ein schlechteres Mannschaftsresultat. Dadurch wurde die Zahl der Startplätze für Athen von 15 auf 13 reduziert. Und erstmals werden die Handybiker in diese Mannschaft hineingerechnet. Da sechs Handybiker Medaillenchancen haben, werden sie wohl gesetzt. Da bleiben nur noch sieben Plätze. Obwohl ich derzeit Weltranglistenzweiter bin, heißt das noch nicht, dass ich dabei bin. Mein Vorteil ist, dass ich im Bahnvierer gebraucht werde und gleichzeitig auf der Straße stark bin. Nach Sydney wurde gesagt, man solle sich spezialisieren, was Martin als Straßenfahrer auch tat. Vielleicht findet Athen ohne ihn statt, denn nun sind Allrounder gefragt, aber nur solche mit Medaillenchancen.

Fischer: Ich bin zwischen Hoffen und Bangen. Wenn die vergangenen Erfolge berücksichtigt werden, habe ich vielleicht eine Chance, aber im Endeffekt läuft alles darauf hinaus, ob man eine Medaillenchance hat oder nicht - allein wegen der Förderung. Ich hoffe, dass mit offenen Karten gespielt wird und dass ich rechtzeitig erfahre, ob man mit mir plant.

Müller: Was die Förderung betrifft, ist es derzeit so: Der Verband unterstützt Medaillenkandidaten, um sie semiprofessionell trainieren zu lassen. Man muss aber vorher Vollzeit gearbeitet haben, damit der Verband die Differenz zahlt, wenn man nur noch Teilzeit arbeitet, um mehr zu trainieren. Viele Sportler sind aber vorher schon auf eine Teilzeitstelle gewechselt, die schauen nun in die Röhre, weil sie das Kriterium Vollzeit nicht erfüllen und somit nicht so gefördert werden.

Trippen-Hilgers: Der Medaillenspiegel ist das Ein und Alles. Wenn du Fünfter wirst, darfst du dich noch nicht einmal öffentlich freuen. Ohne Medaille fliegst du aus dem A-Kader. Wir Athleten wollten eigene Kaderkriterien festlegen, das wurde vom Verband aber abgeschmettert. Wenn du bei einer EM Zweiter wirst und in deiner Klasse nicht viele Teilnehmer waren, fliegst du schon aus dem A-Förder-Kader. Und für einen fünften Platz gibt es keinen Blumentopf. Das sind alles Schnellschüsse vom Verband, weil der Fördertopf nicht mehr so voll ist. Da ist es sehr gut, dass wir alle vom Glücksspirale-Team finanziell unterstützt werden, sonst wären zum Beispiel einige Trainingslager für Athen unmöglich.


| Also liegt die Hauptschuld bei den Funktionären?

Müller: Die Paralympics sollen komprimiert werden, weil man so angeblich zuschauerfreundlicher würde. Bei 4000 Athleten soll Schluss sein. Aber es kommen immer mehr Sportarten hinzu. Also werden Schadensklassen, die überhaupt nichts miteinander zu tun haben, zusammengelegt, werden Disziplinen gestrichen.

Trippen-Hilgers: Wenn es so weiter geht, macht sich der Behindertensport selbst kaputt. Alles wird am Schreibtisch entschieden, die Athleten werden nicht gefragt.

Müller: Wenn man es krass ausdrücken will, sind die Funktionäre behindert.

Trippen-Hilgers: Die Funktionäre erwarten von uns Professionalität, leben aber keine vor.

Müller: Manchmal kommt man sich verarscht vor und man fragt sich, warum man sich das antut, 20 000 Kilometer pro Jahr im Sattel sitzt und auf eigene Kosten zu den Europapokalrennen fährt.


| Zurück zu Athen. Wie sieht Ihre Vorbereitung aus?


Trippen-Hilgers: Das entscheidende Wochenende ist der 13. und 14. Mai. Da findet die zentrale Ausscheidung statt. Wenn du dann verletzt bist, hast du Pech gehabt. Bis dahin muss ich wohl oder übel, weil ich kaum etwas sehe, auch an Hallen-Wettkämpfen teilnehmen. Dann steht ein zweiwöchiges Trainingslager an, nach der Qualifikation im Mai gibt es für das Paralympics-Team noch ein Trainingslager. Im Juni und Juli folgt dann der gezielte Leistungsaufbau für Athen.


| Rennen in Serrig, Geld von der Glücksspirale

Müller: Im Februar reisen Martin und ich zum Training nach Mallorca, dann geht es in ein Bahn-Trainingslager und im Mai wird für Athen nominiert, ohne dass es vorher einen Wettkampf gab. Wir wollen daher am 8. Mai in Serrig ein Rennen organisieren, an dem alle deutschen Athen-Kandidaten teilnehmen, dann hat der Bundestrainer einen besseren Überblick über den Leistungsstand.


| Sie alle waren in Sydney bereits am Start, sind seit Jahren erfolgreich. Hat sich etwas an der Außenwirkung und der Akzeptanz des Behindertensports geändert?


Müller: Am besten sieht man es an der Unterstützung in Rheinland-Pfalz. Früher startete ich für einen Verein in Bayern, weil es hier keinen Klub gab. Heute werden die Paralympics-Kandidaten im Land genauso gefördert wie die Olympia-Aspiranten. Rheinland-Pfalz ist mittlerweile Vorreiter in Deutschland.

Trippen-Hilgers: Wir sind als Team Athen in der Regelförderung, erhalten zusätzlich Geld aus dem Glücksspirale-Team-Topf. Man rennt mittlerweile offene Türen ein. Es ist schon viel passiert, aber wenn man dann von den eigenen Funktionären auf nationaler und internationaler Ebene Knüppel zwischen die Beine geworfen bekommt, ist es deprimierend.

Mit Jörg Trippen-Hilgers, Gottfried Müller und Martin Fischer sprach TV-Redakteur Björn Pazen.

   

 

 

 


Die vier Handicapsportler aus dem Bezirk Trier im Team Rheinland-Pfalz/Saarland für die Paralympics 2004 in Athen bei der Präsentation als "GlücksSpirale-Team" beim Hauptsponsor Lotto in Koblenz: von links Jörg Trippen-Hilfers (SFG Bernkastel-Kues), Gottfried Müller (RV "Frei Weg" Serrig), Sebastian Junk (Trier), Martin Fischer (RSC "Stahlross" Wittlich).Foto: Holger Teus


03.11.2003

BEHINDERTENSPORT:
Meilenstein der Gleichberechtigung "Glücksspirale-Team" aus Rheinland-Pfalz und dem Saarland
bereitet sich auf Athen 2004 vor

KOBLENZ. (teu) Während der letzten Vorbereitungsmonate auf die Olympischen Spiele in Athen erhalten behinderte und nichtbehinderte Spitzensportler aus Rheinland-Pfalz und dem Saarland die gleiche Förderung.
Was sind angesichts der Millionenbeträge, die auf die Konten von Michael Schumacher, Dirk Nowitzki oder Oliver Kahn fließen, schon 50 000 Euro? Für zehn Sportler aus Rheinland-Pfalz und dem Saarland ist diese Summe ein Meilenstein auf dem Weg zur Gleichberechtigung. Erstmals erhalten behinderte Paralympics-Kandidaten bei der Vorbereitung auf Olympia die gleiche Förderung wie nichtbehinderte. In diesem und im nächsten Jahr stehen jeweils 25 000 Euro zur Verfügung. Die Sporthilfe Rheinland-Pfalz/Saarland verteilt das Geld in Form von Prämien für Meisterschaftserfolge und Zuschüsse für Geräte und Trainingslager.

Davon profitieren auch die unterschenkelamputierten Radfahrer Martin Fischer vom RSC "Stahlross" Wittlich und Gottfried Müller vom RV "Frei Weg" Serrig sowie die sehbehinderten Sebastian Junk aus Trier (Judo) und Jörg Trippen-Hilgers vom SFG Bernkastel-Kues (Weitsprung und Fünfkampf), die sich im so genannten "Glücksspirale-Team" auf den Weg nach Athen machen.

"Ich freue mich, dass wir endliche Gleichwertigkeit im Sport haben", sagte Walter Zuber bei der Präsentation der Mannschaft beim Hauptsponsor Lotto in Koblenz. Der Trainingsaufwand der behinderten Sportler sei mindestens genauso groß wie bei nichtbehinderten, argumentierte der rheinland-pfälzische Innenminister.

"Wir Sportler müssen uns bei allen bedanken, die uns helfen", sagte Jörg Trippen-Hilgers. Der Weitsprung-Bronzemedaillen-Gewinner von Sydney, der nur noch über zwei Prozent Seh-Rest verfügt, gab 1998 den Anstoß für die jetzigen Fördermaßnahmen. Der Masseur wollte während der Vorbreitung auf Olympia 2000 nur halbtags arbeiten und bat die rheinland-pfälzischen Sporthilfe um Unterstützung. "Bei Walter Zuber haben wir keine offenen Türen eingerannt, sondern vorgefunden", berichtete Sporthilfe-Präsident Egon Heberger von der Begeisterung des Ministers.

"Jemand hat einmal gesagt, das sei die nobelste Form des Sports. Am Behindertensport werden wir nicht sparen", versprach Lotto-Geschäftsführer Hans-Peter Schössler. Zwar haben erst drei der zehn Sportler das Athen-Ticket sicher in der Tasche, für die übrigen (darunter die vier Kandidaten aus dem Bezirk Trier) sind die Aussichten aber gut.

Die erhoffte Vorbildfunktion wird das "Glücksspirale-Team" aber auf jeden Fall erfüllen, denn jeder wird sein Bestes geben, um in Athen mit dabei zu sein, wenn es beim Einmarsch der Nationen "eiskalt den Buckel 'runter läuft", wie Martin Fischer von den Paralympics im Jahr 2000 in Sydney berichtete.

 

 

 


Präsentation des bisher zehnköpfigen "GlücksSpiralen-Teams" für die Paralympics 2004 in Athen bei LOTTO Rheinland-Pfalz in Koblenz. Foto: Richard Frey


31. Oktober 2003
Präsentation des „GlücksSpirale-Teams“

Zwei Rheinland-Pfälzer bereits für
Paralympics 2004 qualifiziert

MAINZ. Der Countdown läuft. In gut zehn Monaten starten die Paralympics 2004 in Athen. Auch einige Rheinland-Pfälzer haben beste Chancen, beim größten Sportereignis der behinderten Sportler dabei zu sein. Am Freitagmorgen wurden die Spitzenathletinnen und –athleten in Anwesenheit von Sportminister Walter Zuber bei Hauptsponsor Lotto Rheinland-Pfalz präsentiert und neu eingekleidet.

„GlücksSpirale-Team“, so heißt der Kreis, der sich auf die Paralympischen Spiele in der griechischen Metropole vorbereitet. Eine gemeinsame Initiative von Lotto Rheinland-Pfalz, des Landessportbundes, der Stiftung Sporthilfe und des Olympiastützpunktes Rheinland-Pfalz/Saarland. „Auch wenn für viele noch die Qualifikation ansteht, bin ich mir sicher, dass wir in Athen wieder ein schlagkräftiges Team stellen können – ähnlich wie vor drei Jahren in Sydney“, ist Egon Heberger, Präsident der Sporthilfe, optimistisch. Zwei sind bereits qualifiziert: die Rugby-Spieler Jörg Holzem und Klaus Heimermann (beide RSG Koblenz). „Weitere werden in den nächsten Monaten folgen“, ist Heberger sicher.

„Ich bin heute sehr gerne hierher gekommen, um das besondere Interesse zu unterstreichen, das die Landesregierung und ich persönlich dem Behindertensport in Rheinland-Pfalz entgegenbringen“, betonte Minister Zuber. Dank des Engagements von Lotto Rheinland-Pfalz stehen in diesem und im kommenden Jahr 25.000 Euro für das „GlücksSpirale-Team“ zur Verfügung.
Darüber freuen sich neben den Sportlern auch Hagen Herwig, Vorsitzender des Behindertensport-Verbandes Rheinland-Pfalz. Und: „Damit werden die Teilnehmer der Paralympics im gleichen Rahmen wie die nicht behinderten Spitzensportlerinnen und -sportler durch die Sporthilfe unterstützt“, erklärten Zuber und LSB-Hauptgeschäftsführer Lothar Westram unisono. Zuber verwies darauf, dass er frühzeitig im Vorstand der Sporthilfe dafür eingetreten sei, die behinderten Leistungssportler den nicht behinderten gleichzustellen.
Für Lotto Rheinland-Pfalz ist die Unterstützung der Paralympics-Kandidaten eine Herzensangelegenheit. Lotto-Geschäftsführer Hans-Peter Schössler: „Dass jetzt auch noch diese Top-Athleten als ‚GlücksSpirale-Team’ an den Paralympics in Athen teilnehmen, ist ein großer Gewinn und eine Ehre für die GlücksSpirale. Wir als Unternehmen sind sehr stolz darauf.“

 






"GlücksSpirale-Team" stellte sich vor

„GlücksSpirale-Team“, so heißt der Kreis, der sich auf die Paralympischen Spiele in der griechischen Metropole vorbereitet. Eine gemeinsame Initiative von Lotto Rheinland-Pfalz, des Landessportbundes, der Stiftung Sporthilfe und des Olympiastützpunktes
Rheinland-Pfalz/Saarland. „Das Unternehmen Lotto Rheinland-Pfalz will damit seinen besondere Verbundenheit zu den behinderten Sportlern des Landes Rheinland-Pfalz demonstrieren“, brachte es Lotto-Geschäftsführer Hans-Peter Schössler auf den Punkt – und ergänzte: „Mit dem langjährigen Engagement beim Behindertensportverband Rheinland-Pfalz würdigt unser Unternehmen die wichtige Arbeit in diesem Bereich.“

Der Sporthilfe-Präsident Egon Heberger pflichtete ihm bei: „Auch wenn für viele noch die Qualifikation ansteht, bin ich mir sicher, dass wir in Athen mit Hilfe von Lotto wieder ein schlafkräftiges Team stellen können – ähnlich wie vor drei Jahren in Sydney“, ist Egon Heberger, Präsident der Sporthilfe, optimistisch. Zwei sind bereits qualifiziert: Die Rugby-Spieler Jörg Holzem und Klaus Heimermann (bei RSG Koblenz). „Weitere werden in den nächsten Monaten folgen“, ist Heberger sicher. Minister Walter Zuber betonte: „Ich bin sehr gerne gekommen, um das besondere Interesse zu unterstreichen, das die Landesregierung und ich persönlich dem Behindertensport in Rheinland-Pfalz entgegenbringen.“

Dank des Engagements von Lotto Rheinland-Pfalz stehen in diesem und im kommenden Jahr 25.000 Euro für das „GlücksSpirale-Team“ zur Verfügung. Darüber freuen sich neben den Sportlern auch Hagen Herwig,
Vorsitzender des Behindertensport-Verbandes
Rheinland-Pfalz. „Damit werden die Teilnehmer der Paralympics im gleichen Rahmen wie die nicht behinderten Spitzelnsportler/Innen durch die Sporthilfe unterstützt“, erklärten Zuber und LSB-Hauptgeschäftsführer Lothar Westram.

Die Lotterie „GlücksSpirale“ ist genau der richtige Partner für das Paralympics-Team.
1970 wurde die GlücksSpirale unter dem Namen „Olympialotterie“ zugunsten der olympischen Spiele 1972 in München ins Leben gerufen. Seitdem, also seit über 30 Jahren dreht sich die GlücksSpirale erfolgreich unter anderem für den Sport.

 

 


RADSPORT : Da waren's noch drei

Müller sagt EM ab - Konrad, Schloss und Fischer dabei

TRIER. Der Höhepunkt der diesjährigen Saison, die Europameisterschaft der Handicap-Radfahrer, findet ohne Gottfried Müller statt.

Der Serriger, der bei der letzten EM in Zürich fünf Medaillen gewonnen hatte, war für die in Prag (Bahn) und Teplice (Straße) stattfindenden Titelkämpfe für alle fünf Wettbewerbe nominiert worden. Nachdem er die ersten Medaillenträume schon ad acta legen musste, weil sein Sprintkollege Günter Brechtel, mit dem er Titelverteidiger war, wegen eines Trainingssturzes (Schädelbruch) die Saison vorzeitig beenden musste, kam wenige Tage später auch für ihn das Aus. Wegen starker Wadenschmerzen - zwei geplante Rennen hatte er deshalb abgesagt - suchte er einen Arzt auf.

Die niederschmetternde Diagnose: Thrombose. "Zwei bis drei Monate darf ich nicht trainieren und natürlich auch keine Rennen fahren", berichtet Müller, der zunächst arg enttäuscht war: "19 000 Kilometer auf dem Rad waren für die Katz." Kurze Zeit später blickt der seit Jahren beste und erfolgreichste Handicap-Radfahrer aber schon wieder nach vorne: "Ich werde die Geschichte jetzt richtig ausheilen lassen und steige nach der Gesundung dann sofort in die Vorbereitung auf die Paralympics 2004 in Athen ein, wo ich meinen großen Traum verwirklichen will, eine olympische Medaille zu gewinnen."
Bis dahin heißt es für Müller abwarten und bei der am Sonntag beginnenden EM den übrigen drei Startern aus der Region die Daumen zu drücken. Erstmals hatte sich ein Quartett heimischer Radfahrer für ein internationales Championat qualifiziert. Müllers Vereinskameraden Josef Konrad und Martin Schloss (beide Serrig) und Martin Fischer (RSC Stahlross Wittlich) wurden für die
beiden Wettbewerbe auf der Straße, das
Einzelzeitfahren und das Straßenrennen, nominiert.